Sonntag, 11. Mai 2014

Muttertag

Heute ist der richtige Tag, sich bei Mama zu bedanken. 

Jetzt sagst du vielleicht: "ich habe ein schwieriges Verhältnis zu meiner Mama" , oder "ich kenne meine Mama doch garnicht", oder gar "ich weiß echt nicht wofür ich Dankbar sein soll." 

Ich will dir erklären warum ich finde, dass Du dich heute ein bisschen in Dankbarkeit üben solltest: Bei allen Schwierigkeiten die wir mit unseren Müttern haben, bleibt es doch Ihr Verdienst: Unser Leben.  Wenn unsere Mamas nicht Ja gesagt hätten, Ja zu Dir und mir, dann würdest du jetzt nicht lesen.

Vielleicht bist du manchmal sauer auf sie , weil sie nicht in der Lage gewesen ist dir das zu geben, was du dir gewünscht hast. Vielleicht hat Sie dich manchmal nicht verstanden, oder du hast dich alleine gefühlt, weil Mama ihre "eigenen Probleme" hatte. 
Mama ist auch nur ein Mensch.

Also will ich dich heute bitten: Sei Dankbar für dieses Leben das deine Mama dir geschenkt hat.  Sie hat ihren Körper hergeschenkt, damit Du hier bist. Sie hat den Geburtsschmerz auf sich genommen und die schlaflosen Nächte...

Das ist Grund genug Danke zu sagen, oder wenigstens Dankbarkeit zu empfinden. Versteh mich nicht falsch. Du musst nicht alles gut finden was Mama tut oder unterlässt. Du darfst Sie kritisieren und eine ganz andere Meinung bilden als Sie es tat. Du sollst auch nicht so tun, als würdest du Nähe empfinden wo keine ist. Aber du könntest heute ganz bewusst versuchen dir vor Augen zu führen, was Sie für dich getan hat.  Nur heute, nur einmal im Jahr. Das ist doch nicht zuviel verlangt?!

Jeder Moment unseres Daseins ist uns geschenkt von den Müttern: Jedes Lachen, unser Staunen, jede Erkenntnis, die Lektionen, jedes Gefühl.... erleben wir nur, weil Mama es erlaubt hat! Vielen Dank Mama! Und noch für sovieles mehr! Ich liebe Dich! 

Ohne Mamas wären wir alle nicht hier! Vielen Dank den Mamas meiner Freunde! Danke an alle Mamas unter Euch!
Vielen, vielen Dank für Eure Töchter und Söhne, die ihr dem Leben geschenkt habt! 

D Ankh e!

Freitag, 2. Mai 2014

Frau K.

Frau K wohnt im Erdgeschoß in derselben Mietkaserne wie ich. Sie stammt aus der Türkei und lebt mittlerweile alleine. Ihre Kinder kommen Sie oft besuchen. Das sehe ich, weil dann immer ganz viele unterschiedliche, große und kleinere, winzigkleine Schuhe vor Ihrer Wohnungstür stehen. Sie geht sehr gebeugt. Sie spricht nicht viel, eigentlich garnicht. Jedensfalls nicht mit Worten. Fast sieht sie aus wie eine Märchenhexe, mit Ihren langen Röcken und dem Kopftuch, dazu der krumme Rücken und ihr Gehstock ...

Heute komme ich nach Hause und sie steht unten im Flur neben den Briefkästen. Ich bekomme die Tür kaum auf.  Sie ist ist damit beschäftigt, ihren Einkaufstrolley auszuräumen und füllt ihre Einkäufe in eine andere Tasche. Einmal bücken - Milch nehmen, wieder bücken - Milch in die Tüte, nochmal bücken - ein Teil aus dem Trolley nehmen, wieder bücken,  ablegen und Alles nochmal von vorne.  Ich bleibe stehen. Ich nehme ein Fladenbrot und eine kleine Plasiktüte mit Gemüse - das nicht zerdrückt werden soll - und die schweren Kartoffeln, die vor mir auf dem Fußboden liegen und bringe es vor Ihre Haustür. Wie abgesprochen gehe ich Ihr nun zur Hand. Ganz Selbstverständlich, aus der Situation heraus ergibt sich das. So muss Sie sich wenigstens nur einmal bücken. Während ich die Tüte halte und Sie ein Teil nach dem anderen hineinlegt, sagt sie: "Rücken" und macht eine Leidensmiene. 

Ich trage die Tasche die paar Stufen bis vor Ihre Wohnungstür. Ich stelle sie nicht ab. Sie deutet auf den Boden, aber ich schüttel den Kopf: "Sie sollen sich nicht soviel bücken, Frau K".  Sie nickt und schließt mir die Tür auf, weist mir mit Ihrem Gehstock hinein. Ich kenne den Weg in die Küche, meine Wohnung ist identisch geschnitten. Ich nehme noch die Kartoffeln und husche (mit Schuhen!)  hinein, stelle die Sachen so ab, dass Sie im stehen ausgeräumt werden können. 
Ich will mich verabschieden als sie sagt: "Warte". Sie bewegt sich langsam an Ihrem Stock in die Küche und kramt in der Einkaufstasche. "Frau K. ich hab das wirklich gerne gemacht..." "Warte". 

Sie kommt zurück. Sie schwenkt ein Knoppers mit der Hand über ihren Kopf hin und her und lacht! "Lecker, ist Gut, nimm".

Wir strahlen beide über das ganze Gesicht, als ich das Knoppers nehme.

Es hat mir wunderbar geschmeckt!