Freitag, 28. November 2014

Gesprächsfetzen

Am Mittwoch habe ich meine Haare gefärbt. Am Donnerstag sitze ich bei den Eltern am Mittagstisch. Es gibt kein besseres Essen auf dieser Welt. 
"Was sind deine Haare schön", sagt Mama.
"Nä, ich find die zu dunkel", nörgelt Papa.
Ich schlucke einen Bissen Rotkohl mit Kartoffelbrei herunter und bringe es auf den Punkt: "Das kommt dir nur so vor, weil nun die weißen Haare auf meinem Kopf unsichtbar sind."

Donnerstag, 27. November 2014

Daumendrücken

Mama und ich stehen am Drucker. Sie sagt: "Und Ich drück dir dann fleißig die Daumen! Das haben die übrigens bewiesen!"
"Was haben die bewiesen?".  Ich bin neugierig.
"Na, das Daumendrücken hilft", strahlt Sie.
"Wie haben die das gemacht?"
"Studenten sollten einen Zauberwürfel, oder wie das Ding heißt, zusammensetzen. Sie wussten aber nicht worum es in dem Experiment ging. Das wurde mehrmals wiederholt. Die waren jedesmal schneller, wenn denen jemand die Daumen gedrückt hat! Und dann haben Sie die Teilnehmer hinterher gefragt, was sie denn dächten, um wieviel Sekunden Sie schneller gewesen wären. Das war aber enorm viel mehr als angenommen, ich erinnere die Zahlen nicht. Statt 3 Sekunden ungefähr 20, oder so. Aber ist das nicht toll? Ich meine, ich glaube ja ohnehin daran, aber jetzt haben wir Beweise!"

Ich frage mich, wie meine Eltern immer an diese interessanten Neuigkeiten gelangen, und welche Wege und Stationen diese Informationen bis dorthin genommen haben.

Aber warum brauchen "wir" Beweise?
Wozu?
Überzeugen Fakten den, der etwas leugnen will?

Montag, 24. November 2014

auf der Terasse

Wir sitzen bei geöffneter Wintergartentür am Tisch. Für die Adventsdeko liegen Zweige und Drähte und Tannenzapfen bereit. Wir haben kaum Platz für unsere Kaffeetassen und mein Blatt Papier. Er ist immer froh, wenn er mir helfen kann. "Ach, komm- eine qualmen wir noch!" 
Wir geben uns Feuer.
"Ich hab im Fernsehn gesehen, da war ein Orthopäde- auf drei Sat oder so, der hat gesagt, es gäbe neuerdings soviele Rückenschäden bei Heranwachsenden- kannst du dir denken wieso?" 
"zu wenig Bewegung?" 
"Händys! Tablets- diese Wischdinger! Hättest Du das gedacht?"
"Nein."
"Ich hab das gerade im Urlaub gesehen, die machen alle so." Er sinkt in seinen Stuhl und macht einen krummen Nacken. 
Ich lache. "Papa, du meinst Zombies" 
"Was?" "Na, Händyzombies, die nur noch nach unten gucken und nicht reden sondern wischen oder tippen. Es werden immer mehr!" 
"Die gucken alle nur noch nach unten, seit die klein waren! Und dann werden die krumm. Das ist aber echt so. Hat der Orthopäde gesagt." 
Wir qualmen. 
Nach einer Weile sage ich: "Jetzt weiß ich wie das ist. Die Technik retardiert uns." 
"Wie jetzt?"
"Wenn wir aufrecht gehen, dann sind Körper und Kopf in einer Linie. Wenn die auf ihr Händy oder ihr Tablet gucken, dann ist das wie bei Affen. Der Kopf sitzt nicht mehr zwischen den Schultern."
"Doch nich im Ernst."
"Bestimmt! Homo technikus ist in der Zukunft das, was der Affe in der Vergangenheit- irgendwie so ähnlich. Wenn man an Darwin glaubt. Ich meine, der Affe und der Technikus machen eine entgegengesetzte Bewegung. Der eine hin zum menschlichen, und der andere weg davon." 
"Das wird mir jetzt zuviel." 
"Ich habe Spaß gemacht. Ich werd jetzt auch mal losfahren."

Ich habe feige nicht dazu gesagt, dass nur ein kleiner Teil nicht ernst zu nehmen ist.

Samstag, 22. November 2014

Zivilcourage 2.0

Nach dem Frühstück war ich auf dem nach-Hause-Weg schnell noch ein Päckchen Tabak einkaufen. Ich kullerte mit dem Rad über den Bahnübergang, an dem Döner Laden vorbei, auf die nächste rote Ampel zu.
Moment mal. War das eben nicht der Kerl, der früher immer in der "Bagge" vorbei kam? Der, dem ich heimlich Wurst und Käse gab, anstatt es wegzuwerfen wie der Chef es verlangte? Ich drehe mich um. 
Tatsächlich. Jetzt hat er einen Rollator. Auf dem sitzt er. Und während ich noch denke "der sieht gar nicht gut aus", werde ich Zeuge wie er nach hinten umkippt und mit dem Kopf auf die harten Steine knallt. 

Plötzlich bin ich in einer Blase. Ich springe vom Fahrrad, bin windeseilig bei ihm. Seine Augen erkennen mich. Ich streichel seine Hand und rede irgendwas. Autotüren klappen. Zwei Männer wollen helfen. Er will aufstehen. Aber das geht nicht. Auf halbem Wege droht er wieder nach hinten umzufallen. 
Ich schiebe ihm mein angewinkeltes Bein in den Rücken. Einer der beiden hockt sich zu uns und hilft mit, ihm den Rücken zu stärken. Er lauscht mir beinahe andächtig wie ich mit Werner spreche, dabei seinen Arm streichel. Ein dritter Mann taucht auf, und fragt was passiert sei, und ob etwas Weh tut? 

Werner war schwindelig also wollte er sich am Rollator anlehnen.  Nur hinten war keine Lehne, das hat er vergessen. 
Die Männer verstehen nicht was er sagt. Ich übersetze. Er hat schon immer genuschelt. Aber jetzt ist es schlimmer als damals, weil er einen Schlaganfall hatte und "flimmern". Er meint Herzkammerflimmern.

Einer der Männer ist Hausarzt im Notdienst. Der, der später kam und nach Befindlichkeiten gefragt hat. Nun ruft er einen Krankenwagen.  Der, der eben noch mitgeholfen hat, damit Werner nicht ein 2tes Mal umfällt, ist aufgestanden und hat mein Rad aufgehoben. Er sagt, während der Dritte seinen Wagen von der Straße fährt: "Deine Fahrradlampe hat es nicht überlebt".  
Ich erinnere Werner an die Hängematten die er früher geknüpft hat und seine Miene hellt sich auf. Wir warten auf den Notarzt. Werner wird auf die Liege geholfen. Die Doktoren sagen zu mir "Danke". Unsere Versammlung löst sich auf. Hier trennen sich die Wege.

Ich wundere mich. 

Warum bin ich eigentlich mit dem Fahrrad, guten 10m Überbrückungsdistanz und einer 180° Wendung schneller bei ihm gewesen, als der Typ an der roten Ampel genau neben ihm auf der Straße? 
Bin ich so schnell gewesen wie ein Blitz? 
Hat die Zeit stillgestanden? 
Oder ist der Autofahrer erst in Bewegung geraten, als er mich gesehen hat? Als er sah, wie ich mein Fahrrad herumriss, während der Fahrt absprang, dem Rad einen Stoß nach rechts gab damit es auf den Bürgersteig landet und mit 3 Sätzen bei Werner war? 
Er sagte vorhin zum Doktor: "Ich habe gesehen, wie der Mann nach hinten umgefallen ist." Bloß, gemacht hat der garnix. Oder ist mir was entgangen?

Der 2te Helfer war Fußgänger und wie ich ohne Händie unterwegs, sonst hätte der angerufen. Der hat getan was er tun konnte. Aber auch er geriet erst in Bewegung als ich mich handeln sah. Er war bei dem Sturz nur wenige Schritte entfernt, -ein Teil des Panoramas auf das ich geschaut habe. 

Ich bin beschäftigt damit, das erlebte zu verarbeiten. 
Ich frage mich:
Hätte ich mich ebenso verhalten, wenn ich Werner noch nie zuvor begegnet wäre? 
Wofür haben sich der Notarzt und der Hausarzt im Notdienst bei mir bedankt?
Habe ich Zivilcourage weil ich getan habe, was Selbstverständlich ist? 
Ich glaube es nicht. Aber ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob ich verstanden habe, was das Wort überhaubt meint.

Zu guterletzt die spannenste Frage: "Pflanzt sich ein Hilfsimpuls fort, vergleichbar mit der Impulsübertragung in der Physik?"

Dienstag, 18. November 2014

Kauderwelsch

Beim Häkeln schaue ich mir neuerdings gerne Serien an.  Manche finde ich gut, andere werden mir schnell langweilig. Manchmal lerne ich etwas dabei, so wie neulich.
Wir suchten uns "House of Cards" aus. Wir schauten die erste Folge an, und ich habe nicht verstanden worum es da geht.  Ich dachte, das klärt sich doch sicher im Verlauf. Also weiterschauen.
Bestimmt wars schon die 4te Folge, da sagte ich: "Mach mal Stop". Der Kerl fummelte an der Fernbedienung und brummte:" was ist denn, jetzt ist doch grad so spannend?"
"Häää? was ist spannend? Ich mein; ich hab immernoch keine Ahnung worum es da geht und was die da machen, und warum der eine da dauernd lügt, und was die Frau eigentlich beabsichtigt!" 
"Naja, der spielt die halt alle aus, bei der Frau weiß ich grad auch nicht genau." Er erklärt mir ein bißchen, warum und wieso, und ich staune. Da wäre ich nie drauf gekommen. 
Das ist, als hätten wir zur selben Zeit ein unterschiedliches Programm angesehen!
Er macht die Glotze wieder an, ich konzentriere mich, aber ich verstehe es immer noch nicht. Das ist ja lustig! So befremdlich.
Ich verstehe die Worte aber ich begreife die Zusammenhänge nicht. Wie komisch.

Der Kerl schläft ein. Hat er sich auch verdient. Ich schleich mich raus und geh was nähen.
Ratattattatockk.

Die Serie beschäftigt mich. Rattatock! Plötzlich erkenne ich, dass dies eine Lektion über mich selbst ist.
Ich verstehe die Intrige nicht. Dazu bin ich unfähig.
Ich kann so nicht denken. So wie andere Mathematik nicht verstehen, begreife ich das Intrigenspiel nicht. Es erscheint heutzutage viel wichtiger, für etwas gehalten zu werden, als etwas zu sein. 
Ich bin aber keine Schauspielerin, sondern ein echter Mensch. Ich spiele keine Rollen. Die Sache ist ernst.
Darum diese Konflikte die immer wieder über mich hereinbrechen wie plötzliche Gewitter. Ich kenne die Spielregeln nicht. Ich spreche eine andere Sprache. Mir fehlt das Kalkül. Ich folge keiner Taktik, ich plane meinen Eindruck nicht!
Ich lebe ganz einfach nach Werten. Alles, was ich möchte, ist ein guter Mensch zu sein. Und was ich tue, mache ich mit Hingabe.

Abends sage ich, dass ich das nicht mehr gucken will. "Da gehts ja nur um Intrigen." "Ja, das ist wie bei der Arbeit." 
Wir haben uns jetzt "Grimm" ausgesucht. Das ist wenigstens realistisch.

Montag, 21. Juli 2014

Ich bin

Ich bin es, 
die dieses oder jenes findet
die die Ereignisse verbindet.
Diejenige, die Grenzen setzt.

Wir erschaffen die Wirklichkeit.

Samstag, 19. Juli 2014

Pazifist

Wenn ich meine Meinung sage oder schreibe, darfst du dir sicher sein: Ich tue das nicht um dich anzugreifen. Ich schreibe, um etwas auszusprechen. Um so wichtiger, wenn mich was bedrückt.  Zum Beispiel, wenn man mir eine Absicht unterstellt, die ich gar nicht habe.

Ich führe keinen Krieg! Ich mache Frieden!
Ich bin Pazifist.

Ein berechtigter Einwand

Ich lebe in einer Welt, in der Alles einen Sinn ergibt. Dabei sehe ich auch Grenzen. Das sind die Grenzen der Erkenntnis. Ich setze voraus, das dieses Erkennen immer subjektiv ist. Also spare ich mir das Wort eigenen vor Erkenntnis. Wir sind viele, deswegen gibt es viele Grenzen.

Die eigene Erkenntnis ist nur dann außschließlich maßgeblich, wenn ich mich mit den Fragen meiner eigenen Biografie beschäftige oder innerhalb dieser für mich einen Sinn stifte. Etwa bei Ereignissen die mir geschehen und subjektiv dabei unnötig oder zufällig erscheinen.  Bei allen anderen Gedankeninhalten ist die Grenze eine jeweilige. Diejenige des Kollektivs.

Wir haben alle dieselbe Macht, dieselben handlungsberechtigungen. Genau da, wo wir grenzenlos für uns selber sind, begrenzen wir uns gegenseitig. Wir sind als Menschen nicht in der Lage, etwas zu erkennen, was außerhalb von uns Selbst liegt. Das kann niemand. Alles andere bekommt für mich einen leicht psychotischen Beigeschmack. Diese Welt wird von vielen erdacht. Und zwar gemeinsam. (Wenn auch nicht immer in Gemeinschaft) 

Würde ich mir ein-bilden, die Verkehrsschilder hätten eine neue Bedeutung und mich danach verhalten (weil ich die Königin meiner Welt bin !), würde in meiner eigenen Realität leben, würde vielleicht Bußgelder verhängen und mich mit Leuten herumärgern die sich einfach nicht an die Regeln halten wollen. Ich hätte eine Meise. Einen kleinen Dachschaden sozusagen, und unter Umständen verursache ich im Straßenverkehr einen großen Sachschaden. (Wenn nicht schlimmeres...) Deswegen glaube ich - nein! ich bin mir ziemlich sicher, das die Sinnstiftung Grenzen hat. 

Etwas Anderes zu behaubten wirkt nicht nur herablassend, es erscheint mir auch anmaßend. Indem man mir sagt, während ich mich schlecht fühle, dass genau dieser Umstand gut wäre, macht man mich klein. Weil ich nicht erkenne, was erkannt wurde. Weil ich mich nicht darüber freue, sondern traurig bin. Weil ich eine Grenze sehe, wo für dich keine ist, lohnt sich für dich das Gespräch nicht mehr.  

Ich sehe das anders als Du. Sich schlecht fühlen ist nicht Gut. Und ich glaube nicht, dass es sich nicht lohnt, mit jemandem zu reden der eine ganz andere Meinung, meinetwegen auch Erkenntnisstufe hat. Im Gegenteil! Alles empfundene hat seine Berechtigung. Nur wenn wir uns bewegen, auch gegenseitig, können wir etwas in Bewegung setzen und von ein-ander lernen. Denn wir sehen den Menschen nicht. Wir sehen nur das Bild, das wir uns von Ihm machen.

Das schwächste Glied in der Kette bestimmt die Traglast.
Wenn wir Menschen uns begegnen, sollten wir aufpassen, dass wir uns nicht treffen.

Wir können nicht für uns alleine die Welt umdeuten und neu gestalten. Das können wir nur alle gemeinsam, als Menschheit. Deswegen ist es mir so wichtig, die Meinung und Wahrnehmung- die jeweiligen Erkenntnisse und die damit verbundenen Grenzen aller Menschen zu beachten. Im kleinen noch viel wichtiger als im Großen.

Deswegen dürfen wir den Horizont unserer Gesprächspartner nicht zu Weit überschreiten, müssen schauen wo unser Gegenüber steht mit seiner Erkenntnis und wie er sich befindet. Sonst können im kleinen unsere wohlwollenden, gut gemeinten Worte leicht grausam wirken. Oder im Großen sogar in die Irre laufen. 

Das ist unsere Verantwortung.

Dienstag, 15. Juli 2014

Dummheit

Neulich hat jemand zu mir gesagt: Diese Krankheit ist das beste, was dir passieren konnte. 

Was für ein Schwachsinn! 
Nicht die Krankheit ist der Segen. 
Der Segen ist mein verändertes Verhalten!

Hätte ich mich vorher anders verhalten, hätte ich diese Krankheit nicht gebraucht. Nur weil ich durch diese gezwungen wurde, etwas zu tun was ich vorher unterließ, werden die höllischen Schmerzen nicht zu einer guten Sache!


Sonntag, 13. Juli 2014

Sinn

Ich habe schon vor einer ganzen Weile beim Mittagessen gesagt, die Sinnstiftung hat Grenzen. 

Mein Gegenüber beendete das Thema mit einer abfälligen Bemerkung, die ich leider wörtlich nicht mehr wiedergeben kann. Aber Sie klang, als wäre ich ein Idiot. Nur weil ich diese Grenze sehe.

Ich habe mir eine Gabel mit Spinat in den Mund geschoben, weil mir die Kraft fehlte etwas dazu zu sagen. Aber habe gedacht, das ist beschämend. Eigentlich kennt man sich. Aber so ist es nicht. Nicht mehr, man kannte sich. Die alten Zeiten sind vorbei.

Ich bleibe dabei. 
Sinnstiftung hat Grenzen. 
Das sind die Grenzen der Erkenntnis. 

Wer ist jetzt der Idiot?

Samstag, 12. Juli 2014

Manche Menschen wissen nicht was sie sagen.
Gleichzeitig lehnen sie Verantwortung für Mißverständnisse ab und bezichtigen sich gegenseitig einer "Absicht". Das scheint wie ein Symptom der Zeit.

Neuerdings weise ich die Menschen auf die Botschaften zwischen Ihren Worten hin. Nun gelte ich für einige als hart. Dabei sehe ich klar.

Ich bin so weich wie nie!
Seit der Krankheit, seitdem der Heilungssegen wirkt!

Liebe D*****

Als du mich auf deine Party eingeladen hast, habe ich mich riesig gefreut. Ich bin aber nicht gekommen, und ich habe noch nicht einmal abgesagt. Der Grund den du bis heute nicht kennst ist folgender: Ich wurde gekündigt. Tatsächlich. 

Eigentlich ist mir das ja nun schon oft genug passiert. Aber es ist jedes Mal anders, und dieses Mal hat es  weh getan. Ich habe die Arbeit wirklich gerne gemacht. Ich war glücklich damit.
Es war, als hätte mir plötzlich jemand den Boden unter den Füßen weggerissen. Ich war einfach nicht in der Lage dazu zu stehen, auf einer Party voller unbekannter, fremder Menschen zu meinem beruflichen Scheitern zu stehen. Und ich war sehr damit beschäftigt, einfach glücklich zu bleiben. Ja das geht. Aber leicht ist es nicht gewesen. 

Dazu kamen die ganzen unangenehmen Dinge man so zu tun hat, wenns so kommt, wie es kam. Dann bin ich krank geworden. Das Sahnehäubchen hat mich an die Grenze des Erträglichen geführt. 

Unser Handschlag ist für mich weiterhin gültig. Aber momentan fehlt mir Motivation. Das bedeutet nicht, ich wäre nicht motiviert für unsere Sache, aber ich bezweifle, dass dieser Weg der richtige ist.  Es kann nicht dein Anspruch sein, den ich erfüllen soll. Jedes Mal, wenn ich dir einen Entwurf gezeigt habe, kam von dir nur ein inkonkretes: "so nicht, mach das mal lesbarer."

Dann habe ich mich monatelang nicht bei Dir gemeldet. Die Gründe dafür habe ich dir nun genannt. Ich frage mich dennoch, warum du kein einziges Mal gefragt hast, wie weit ich denn mit "unserer Sache" bin. Ist dir das nicht wichtig?

Bei mir ist der Eindruck entstanden, ich soll die ganze Arbeit machen, und du schreibst am Ende deinen Namen auf mein Buch. Das entspricht nicht unserer Abmachung. Ich unterstelle dir dabei keine Absicht- aber so wirkt dein Verhalten auf mich, leider.

Ich frage dich heute: Bist du bereit etwas dafür zu tun? Wenn ja, dann muss von dir auch etwas kommen. Ich kenne deine Vorstellungen nicht, da ich dich kaum kenne. Ich glaube- wir müssen uns mehr miteinander Unterhalten, nicht nur über Verantwortlichkeiten. Ich kann mit der Gliederung nichts anfangen. Damit will ich nicht arbeiten. Mich lähmt das. Was ich brauche ist ein ganz konkreter Plot.
Ich möchte dich also bitten: Schreib einen! Raus aus der Erwartungshaltung- das gilt auch für mich!

Oder triff dich doch mal mit mir, ohne Anspruch, einfach nur um mich besser kennenzulernen, damit ich dich kennenlernen kann. Dann können wir den Plot auch gemeinsam machen; unsere Gedanken konkreter werden lassen. Mir würde das helfen.

Es ist doch einfach. Eine gemeinsame Sache kann man nicht alleine machen. Soetwas entsteht in Gemeinschaft. Also sollten wir zunächst dafür sorgen, das wir eine Gemeinschaft werden.

Melde dich, wir haben viel zu tun!  
Herzlichen Gruß!

Sonntag, 1. Juni 2014

Signale

Mein Körper spricht eine deutliche Sprache. Er wehrt sich gegen die Umstände meines Alltages mit einer  Erkrankung.
Höllische Schmerzen bohrten sich wie heiße Stäbe rotierend durch meinen Leib und forderten sofortiges Handeln. Alles neu macht der Mai? Mich hat er geschmerzt! Der ganze, lange Monat hat mich regelrecht traumatisiert!

Ich wurde am 23. 05.  um 7:15 Uhr in die "Diakonissenanstalt" einbestellt. (Auch das noch, die schicken mich damit in eine Anstalt!)  Die Operation konnte ambulant stattfinden, und ich sollte nüchtern kommen. Das bedeutete,  dass ich die Medikamente gegen die Schmerzen nach Mitternacht nicht mehr einnehmen durfte. Etwa 6 Std hält die Wirkung von dem Mittel an. Also bekam ich, als ich in die Umkleide gebeten wurde, vor lauter beißen und reißen und stechen in meinem Leib kaum noch etwas von der Umgebung mit. Beinahe blind ohne meine Kontaktlinsen ging es auf die Reise. Eingewickelt in einen weißen Frottebademantel, barfuß in zu großen Kliniklatschen hatte ich Mühe der Schwester zu folgen. "Warten sie hier auf der rechten Seite". Die Liege war noch nicht da.  Als die hereingebracht wurde durfte ich mich hinlegen. Die blonde Schwester verabschiedete sich: "Sie werden gleich abgeholt."


Es dauerte einen Augenblick und eine dunkelhaarige Schwester kam herein und fragte mich nach meinem Namen und meinem Geburtsdatum. Weil ich die richtige Antwort gab, stellte sie mir die Armlehnen ein und schnallte meine Arme daran fest. Ich wurde regelrecht an die Liege gefesselt, vermutlich weil man befürchtete, ich könne während der Narkose um mich schlagen. Danach schob Sie mich durch eine Tür in einen ganz schmalen Raum von dem ich nur die Decke sehen konnte.

2 Narkoseärzte beugten sich über mich. Sie stellten sich mir vor. Beide waren freundlich zu mir. Die Frau fragte mich nach meinem Namen, meinem Geburtsdatum und was bei mir operiert werden würde. Das wusste ich immer noch, also sagte Sie mir, Sie würde als leitende Narkoseärztin die ganze Zeit hinter mir stehen und aufpassen, dass mir nichts geschieht. Sympatischerweise hat sie mich geduzt. Ich habe gesagt: "Solange Ihr mich nicht  tätowiert während ich schlafe, bin ich zufrieden."  Beide haben gelacht. Der Assistenzarzt sprach beim stechen des Medikamentenzuganges mit mir: "Das tut jetzt kurz weh."  Voll niedlich, den Pieks als Schmerz zu bezeichnen. Frau Doktor hielt mir eine durchsichtige Maske über die Nase: "Das ist Sauerstoff, atme bitte tief ein." Während ich atmete, nahm der junge Herr Dr. meine Hand in seine und steckte die Spritze mit dem Medikament in die Kanüle. Er legte meine Hand wieder hin. "Es wird dir jetzt gleich schwindelig" Ich atmete und wartete. Nichts. Ich atmete nochmal, sah den bis zum Handgelenk tätowierten Arm von Frau Doktor und atmete wieder. Dann sagte ich: "huihuihui" und verdrehte die Augen. Ich war weg.

Aus meinem Körper hinausgetreten, sah ich nun mit klarem Blick, ohne meine übliche Sehtrübe, wie die Ärztin mir die Maske komplett anlegte.  Ich beobachtete, wie man mich in den Operationssaal schob. Desorientiert, irgendwo oben an der Decke des Operationsaales hing ich fest. Ich beobachtete die Gesichtszüge unter der Maske, und sie spiegelten meine Gefühle oben an der Decke.

Eine vertraute Stimme flüstert: "Schau nicht hin, komm mit mir." Ohne zu zögern, kann ich mich lösen. Ich gleite durch mein Selbst hindurch; stülpe mich um in mir Selbst und finde mich auf einer Waldlichtung wieder. Die Sonne bricht durch die Zweige und hüllt den Ort in ein prächtiges Licht. Ich blicke mich um und sehe Ellie. Sie springt durch den Armkreis eines großen seltsam gekleideten Mannes. Ich kenne Ihn. Ich bin eben seiner Stimme gefolgt. Ein kleinerer Mann mit ebenso eigentümlicher Kleidung steht dicht daneben und flirtet mit Fee. Das ist die Begleiterin meiner Schwester. 

Sie enddecken mich alle gleichzeitig. Wir laufen aufeinander zu. Ellie ist natürlich als erste bei mir. Sie schlappert mein Gesicht ab und kugelt sich vor Freude. Fee legt sich gleich hinter mich, um sicher zu gehen, das ich nicht zurückschaue. Die beiden anderen Gestalten habe ich trotz ihrer Verwandlung sofort erkannt. Es sind Charly und Rex. 

Charly ist gute 2 Köpfe kleiner als Rex und und hat kurze schwarze Haare und dunkelbraune Augen. Er ist ein bisschen dreckig im Gesicht und trägt seine Lederstiefel an den Schnürsenkeln zusammengebunden über der Schulter. Ein richtiger Spitzbube mit Holzfällerhemd und hochgekrempelter Hose, barfuß.

Rex erscheint mir als ein erhabener Edelmann. Mit Würde trägt er sein hellbraunes, langes Haar offen über eine weinrote Robe. Vorne ist ein goldenes Abzeichen aufgestickt, das ich nicht genau erkenne, weil die Robe lässig über seiner Schulter eine Falte wirft. Unsere Augen treffen sich. Sein Blick berührt mich tief. Unendlich glücklich und Dankbar zwinkere ich meinem weisen Freund zu und wende mich Charly zu. Er zeigt sich nun in für mich gewohnter Gestalt; ist mit einem Male wieder der schwarze Mischlingshund mit braunen Beinen und der Blässe auf der Brust. Wir spielen und rennen zusammen mit Ellie über die Lichtung bis wir uns ausgefreut haben.  Ellie läuft hinüber zu Fee und will sie zu uns einladen. Fee bleibt wo sie ist.

Charly lässt sich in Menschengestalt neben mir im Gras nieder. Rexi legt als Schäferhund seinen großen Kopf in meinen Schoß und lässt sich von mir kraulen. Ich frage Charly, wie ich zu der Ehre dieser wundervollen Begegnung komme. Seine Antwort ist erstaunlich.

"Rex trägt die Robe deines Wächters, er ist immer da. Ich bin zufällig in der Nähe und nutze diese Stunde für einen Gruß. Ellie hat darum gebeten, dich zu begleiten. Mit Fee hat keiner gerechnet, doch es ist gut, das sie da ist. Sie sichert deiner Begleiterin den Weg nach hinten denn es ist ihre erste Reise."

Mir wird schwindelig.

Mit einmal bin ich es, die in Rexis Armen liegt. Er trägt mich auf seinen starken Armen wie ein Kind behutsam über die Lichtung und spricht: "das Zeichen auf der Wächterrobe ist mein Wappen, es zeigt eine runde Krone, mehr nicht." Ich schaue Charly lächelnd schwinden, bekomme einen nassen, langen Kuss von Ellie und den zarten Gruß von Fee. Rex legt mich behutsam nieder, er streichelt mein Gesicht und bettet meinen Kopf. Ich schlafe murmelnd ein.

"Danke, Danke, Danke, dass ihr alle so Lieb zu mir seid, Dankeschön!" 

Ich fand mich wieder in einem weißen Raum und ich konnte nichts mehr klar erkennen.
Alle Schmerzen waren weg, und ich hatte eine Manschette zum Blutdruckmessen um meinen Arm. Eine verschwommene Schwester in blau tauchte neben mir auf und stellte die Kopflehne meines Bettes etwas höher und fragte mich dabei: "Wer ist Ellie? " 
Mit einem seeligen lächeln auf den Lippen gab ich zur Antwort: "Mein Hündchen"! "Das macht Sinn", antwortete Sie.

Anscheinend rede ich im Schlaf. Bloß geträumt habe ich nicht!


Sonntag, 11. Mai 2014

Muttertag

Heute ist der richtige Tag, sich bei Mama zu bedanken. 

Jetzt sagst du vielleicht: "ich habe ein schwieriges Verhältnis zu meiner Mama" , oder "ich kenne meine Mama doch garnicht", oder gar "ich weiß echt nicht wofür ich Dankbar sein soll." 

Ich will dir erklären warum ich finde, dass Du dich heute ein bisschen in Dankbarkeit üben solltest: Bei allen Schwierigkeiten die wir mit unseren Müttern haben, bleibt es doch Ihr Verdienst: Unser Leben.  Wenn unsere Mamas nicht Ja gesagt hätten, Ja zu Dir und mir, dann würdest du jetzt nicht lesen.

Vielleicht bist du manchmal sauer auf sie , weil sie nicht in der Lage gewesen ist dir das zu geben, was du dir gewünscht hast. Vielleicht hat Sie dich manchmal nicht verstanden, oder du hast dich alleine gefühlt, weil Mama ihre "eigenen Probleme" hatte. 
Mama ist auch nur ein Mensch.

Also will ich dich heute bitten: Sei Dankbar für dieses Leben das deine Mama dir geschenkt hat.  Sie hat ihren Körper hergeschenkt, damit Du hier bist. Sie hat den Geburtsschmerz auf sich genommen und die schlaflosen Nächte...

Das ist Grund genug Danke zu sagen, oder wenigstens Dankbarkeit zu empfinden. Versteh mich nicht falsch. Du musst nicht alles gut finden was Mama tut oder unterlässt. Du darfst Sie kritisieren und eine ganz andere Meinung bilden als Sie es tat. Du sollst auch nicht so tun, als würdest du Nähe empfinden wo keine ist. Aber du könntest heute ganz bewusst versuchen dir vor Augen zu führen, was Sie für dich getan hat.  Nur heute, nur einmal im Jahr. Das ist doch nicht zuviel verlangt?!

Jeder Moment unseres Daseins ist uns geschenkt von den Müttern: Jedes Lachen, unser Staunen, jede Erkenntnis, die Lektionen, jedes Gefühl.... erleben wir nur, weil Mama es erlaubt hat! Vielen Dank Mama! Und noch für sovieles mehr! Ich liebe Dich! 

Ohne Mamas wären wir alle nicht hier! Vielen Dank den Mamas meiner Freunde! Danke an alle Mamas unter Euch!
Vielen, vielen Dank für Eure Töchter und Söhne, die ihr dem Leben geschenkt habt! 

D Ankh e!

Freitag, 2. Mai 2014

Frau K.

Frau K wohnt im Erdgeschoß in derselben Mietkaserne wie ich. Sie stammt aus der Türkei und lebt mittlerweile alleine. Ihre Kinder kommen Sie oft besuchen. Das sehe ich, weil dann immer ganz viele unterschiedliche, große und kleinere, winzigkleine Schuhe vor Ihrer Wohnungstür stehen. Sie geht sehr gebeugt. Sie spricht nicht viel, eigentlich garnicht. Jedensfalls nicht mit Worten. Fast sieht sie aus wie eine Märchenhexe, mit Ihren langen Röcken und dem Kopftuch, dazu der krumme Rücken und ihr Gehstock ...

Heute komme ich nach Hause und sie steht unten im Flur neben den Briefkästen. Ich bekomme die Tür kaum auf.  Sie ist ist damit beschäftigt, ihren Einkaufstrolley auszuräumen und füllt ihre Einkäufe in eine andere Tasche. Einmal bücken - Milch nehmen, wieder bücken - Milch in die Tüte, nochmal bücken - ein Teil aus dem Trolley nehmen, wieder bücken,  ablegen und Alles nochmal von vorne.  Ich bleibe stehen. Ich nehme ein Fladenbrot und eine kleine Plasiktüte mit Gemüse - das nicht zerdrückt werden soll - und die schweren Kartoffeln, die vor mir auf dem Fußboden liegen und bringe es vor Ihre Haustür. Wie abgesprochen gehe ich Ihr nun zur Hand. Ganz Selbstverständlich, aus der Situation heraus ergibt sich das. So muss Sie sich wenigstens nur einmal bücken. Während ich die Tüte halte und Sie ein Teil nach dem anderen hineinlegt, sagt sie: "Rücken" und macht eine Leidensmiene. 

Ich trage die Tasche die paar Stufen bis vor Ihre Wohnungstür. Ich stelle sie nicht ab. Sie deutet auf den Boden, aber ich schüttel den Kopf: "Sie sollen sich nicht soviel bücken, Frau K".  Sie nickt und schließt mir die Tür auf, weist mir mit Ihrem Gehstock hinein. Ich kenne den Weg in die Küche, meine Wohnung ist identisch geschnitten. Ich nehme noch die Kartoffeln und husche (mit Schuhen!)  hinein, stelle die Sachen so ab, dass Sie im stehen ausgeräumt werden können. 
Ich will mich verabschieden als sie sagt: "Warte". Sie bewegt sich langsam an Ihrem Stock in die Küche und kramt in der Einkaufstasche. "Frau K. ich hab das wirklich gerne gemacht..." "Warte". 

Sie kommt zurück. Sie schwenkt ein Knoppers mit der Hand über ihren Kopf hin und her und lacht! "Lecker, ist Gut, nimm".

Wir strahlen beide über das ganze Gesicht, als ich das Knoppers nehme.

Es hat mir wunderbar geschmeckt!

Donnerstag, 20. Februar 2014

Liebe M********

Du hast deinem alten Kater über die große Schwelle geholfen. Er hat gesagt:" Ich mag nicht mehr." Und du hast ihn auf seiner großen Reise begleitet, obwohl du nicht wolltest, das er geht. Trotzdem du wusstest, das du bleibst. Das ist deine große Liebestat. Du hast aber noch viel mehr getan. Du hast ihn umsorgt, dich gekümmert, ihn beschützt und geachtet. Sein ganzes Hier auf Erden hast du ihm Wohlsein bereitet. Du warst der Mittelpunkt seiner Welt. Und alles Schöne, was er erlebt hat, ist um dich gekreist. Du hast seine Sprache erlernt und gepürt was er sagt. Und nun ist er gegangen, fortgereist. Natürlich bist du voller Trauer und du weinst. Aber du weißt auch was du nie wissen wolltest: Etwas ist geblieben. Dein Leben mit Ihm war für dich eine Schule, und er war dein Lehrer. Er wird es bleiben. Schau hinein in dein Herz. Er ist noch immer da, als wäre er nie gegangen. Und jetzt werde ich dir etwas schreiben, von dem ich weiß das du es nicht gern lesen wirst. Weil ich dir von einer Welt erzähle, die du lieber als Stuß abtun würdest... 

Du hast jetzt einen Führer auf der anderen Seite. Er wird dich bei deinen zögernden Schritten in der geistigen Welt begleiten, so wie du ihn hier begleitet hast. Nicht nur bei seiner letzten Reise, sondern sein ganzes Leben lang. Er wird jetzt das für dich tun, was du für ihn getan hast. Du kennst ihn, kannst seine Energie und die Schwingung der du gefahrlos folgen darfst wiedererkennen, wenn du dich in diesen Welten bewegst. Er wird dich beschützen, du musst dich nur trauen. Dieses wieder-erkennen ist ist eine große Hilfe. Wie hättest du einem Fremden folgen können der behaubtet, dein Geisthelfer zu sein? Du hättest dich wahrscheinlich gefürchtet! 

Heutzutage, wo die grauen Zeiten wieder jung werden, geschieht es häufig , das unsere Geisthelfer und -führer zunächst als Tiere in Erscheinung treten.  Deiner hat sich als Kater inkarniert um sich mit dir bekannt zu machen. Wie clever das war wirst du gleich wissen. Es ist, als hätte er 3 Mäuse aufeinmal eingefangen!

Er weiß um deine Ängste, kennt deine Zweifel und Methoden mit denen du Spiritualität vermeidest. Aber er weiß auch, das es ein notwendiger Schritt für dich ist nun deinen Blick zu wenden und die Blockaden abzubauen. Er will dir dabei helfen, und er selbst hat sich diese Aufgabe gegeben. Deswegen ist er zuerst körperlich zu dir gekommen, so kann er dich durch deine Trauer dorthinführen, wohin du in deinem tiefsten Inneren gehen willst: In die übersinnliche Welt. 

Du bist und bleibst - wie dein Kater- Bürger zweier Welten. 

Wenn du nicht mehr so genau 
mit dem Kopf hinsiehst, 
sondern mit dem Herzen schaust; 
Miau, miau
-wenn du achtsam bleibst und offen, 
erkennst du die Zeichen, die ich dir sende
darfst jederzeit auf Beistand hoffen!
(Durchsage-Ende)

Und du wirst erkennen, was er dir hinterlassen hat. Er hat sich dir vorgestellt damit du ihn wiederkennen kannst. Er sich umsorgen lassen, damit du seine Liebestaten auf Augenhöhe annehmen wirst. Und er hat dir Geschenke hinterlassen.

Geschenke die dich trösten sollen.

Montag, 17. Februar 2014

Wo wir leben

Ein alter Mann hat zu  mir gesprochen: "Wenn du was über den Ursprung der Worte erfahren willst, musst du sie mit Bindestrich schreiben." 

Ich frage mich, wo wir hier eigenlich leben. Die Antwort auf meine Frage lautet: Wir leben in einer Demokratie.Und ich schreibe das wichtigste Wort des Satzes mit Bindestrich: Demokratie.
Demo - kratie
Das klingt wie demon, und wie kratos.

Demon ist englisch und bedeutet Dämon.
Kratos ist ein griechisches Wort und bedeutet Macht / Stärke. 

Demokratie bedeutet wörtlich übersetzt also: mächtige/starke Dämonen. 
Wer hätte das gedacht?

Stigmatisierung

Ausgeliefert den Gewalten
soll ich mich so und so verhalten;
ich werd in Sicherheit gewogen.

Blind vor Glück, mit Lust am tun,
auf inhaltliches konzentriert
hab ich nicht bemerkt,
nur stumm geahnt
was dort  mit mir passiert,
und was man plant.

Ich glaubte mich schon 
angekommen,angenommen; 
 - bin aufgeschlagen
auf dem Boden der Wirklichkeit.

Man hat mich machtgeil angelogen
bei Kleinigkeiten schickaniert,
und jeden Schritt, und ganz besonders:
Jedes Wort genau taktiert.

Ich war so glücklich, doch
- chancenlos und ausgeliefert
für eure Zwecke kaum geeignet
und nicht zu gebrauchen.

Nun schau ich hier 
- mit leisem Schwindel
wie ein vor mir Bild entsteht.

Aufgetürmte Wellen rollen
- tosend lautes Donnergrollen,
und vom Wind gepeitschter Regen
sticht mir - wie Nadeln -  ins Gesicht.

Dies ist kein Bild von mir,
Es ist bloß böse Lüge,
nur etwas.
Etwas das ich nicht bin.

Heraufbeschworn mit dunkler Kraft
genährt von Mißgunst,
Niedertracht und sucht nach Macht.
Gewürzt mit Neid.

Mir werden meine Jahre
- kürzer mit der Zeit,
und auf Dauer
- ändert sich mein Blick,
und noch immer,
offenbar!
trage ich die Zeichen,
kenne den geheimen Codex nicht,
bin öffentlich geächtet.

Weil ich rechtschaffen bin,
Recht schaffende bin!

Euer Zerrbild wird mich nun begleiten;
wie ein Fluch,
so wie ein Schatten.

Wie die Schatten, die Ihr seid! 

Sonntag, 16. Februar 2014

Spiel des Lebens

Offenbare Geheimnisse 
liegen wie 
zersplitterte Fragen 
am Boden herum.

Und fügen sich 
zu einer Antwort.

Weil ich es will.

Ich brauche keine Quellen nennen
weil ich an der Quelle bin.

Und sie mich speist.