Freitag, 19. Oktober 2012

Worte

Hinter Fragen meine Welt
und die Sprache füllt mich stumm.
Ich suche 
nach dem Wie?  
und nicht nach dem Warum?

Auf den Blättern steht der Ton
und die Noten klingen still
erfüllen ihren Sinn dort schon
weil ich etwas hören will.


Manchmal muss man darum ringen 
will man was in Worte kleiden.
Was soeben neu gedacht
ist nicht leicht auf einen Punkt zu bringen,
wird wortreich in den Satz gebracht.


Wo 
ist eigentlich der 
Wind wenn er nicht weht?

Kann man im Liegen begreifen
was man nicht versteht?

Können Ohren Worte hören,
können wir Formen sehen?

Die Dame mit dem Dackel

Fräulein Naseweiß und ich gehen manchmal im Adenauerpark spazieren. Seit neuestem steht da ein modernes Denkmal aus einer Scheibe Eisen. Es soll Adenauer darstellen. Ich warte darauf das irgendein Jugendlicher mir den Gefallen tut und vorne einen Pimmel drauf malt.

Fräulein Naseweis und ich spielen mit meinem kleinem roten Ball auf der Wiese auf der man so herrlich herumtoben kann. Zwischendurch üben wir dabei etwas Neues. Jedesmal wenn sie mir zufällig den Ball so gibt, dass ich ihn nehmen kann ohne das er herunterfällt, sage ich "gib". Dann gebe ich ihr das Leckerchen das ich in der anderen Hand halte. So hat sie den Raum in das Kommando hineinzuwachsen.

Ich sehe aus dem Augenwinkel eine Frau in etwa 20-30m Entfernung. Sie ruft nach ihrem Hund: "Odin!". Ich bücke mich nach dem Ball den das Fräulein mir gerade gebracht hat und sage "genug" während ich ihn einstecke. "Ok". 
Fräulein Naseweiß pummelt ein wenig über die Wiese. Odin denkt nicht daran zu seinem Frauchen zu laufen. Er hat das Fräulein schon gesehen. Er ist ein schon in die Jahre gekommener, rotbrauner Langhaardackel. Er begrüßt sie fröhlich. Odin ist ihr nicht unsympatisch.

Die Frau ist etwas älter als ich und hat kurze Haare. Ich habe sie noch nie hier gesehen. Wir führen das übliche Gassigespräch. Fräulein Naseweiß hat sich zu mir gestellt, der Alte mag nicht spielen. Meine Gesprächspartnerin hockt sich hin und begrüßt sie.
Ich lächle. Die Dame mit dem Dackel erzählt mir, dass Odin ihr letzter Hund wäre: "Nach ihm will ich keinen mehr".
Sie berichtet, wie sie ihn vor 4 Jahren aus dem Tierheim abgeholt hat und er sich sie ausgesucht hätte. "Ach das ist ja witzig, meine hat mich auch ausgesucht." Und sie sagt: "Das ist immer so, dass die Hunde sich ihre Besitzer aussuchen." 

Ich schaue ihr hinterher, während sie zu Ihrem Auto geht. Warum habe  ich sie nicht gefragt, warum - und vor allem wie - sie es verhindern will, dass sich ein anderer Hund in der Zukunft sie als Frauchen aussucht? 

Freitag, 12. Oktober 2012

(Zw)ei(n)sam

Du bewegst dich mit mir durch die Nacht
als wäre deine Welt -
eine andere als meine. 

Um mich herum, silbernes Licht.
Trockenes Laub liegt am Boden,
spielt mit dem Wind.

Als führte dich dein Weg durch Dunkelheit, 
ergreifst du meine Hand während wir gehen.

Fürchtest du dich?

Ist dir kalt, bist du müde?
Ich habe keine Eile,  
wollen wir rasten, eine Weile?

Wir stehen da im Silberlicht. 
Ich spreche leise ein Gedicht
- du hörst mich nicht. 

Liebe A********

So ein Leben aber auch. Man ist sich so fremd, man ist sich so nah...Die Briefe von Dir, die ich alle in einer Mappe abgeheftet hatte, und die ich manchmal gerne herauskramen möchte, sind 2006 bei einem Feuer in meiner Wohnung verbrannt. 

Nachdem ich einigermaßen  lustlos, mehr aus langeweile deinen Namen im Netzwerk in das
Feld "suche" eingegeben hatte, war ich sehr überrascht. Ich wisperte deinen Namen, schickte dir eine "Freundschaftsanfrage". Du hast sie angenommen.

Ich spüre vergangenen Zeiten in mir nach und ahne wie du heute lebst. Manchmal sehe ich ein Foto lange an dass du gerade ins Netzwerk gestellt hast, klicke den "gefällt mir" Knopf.
Das hätte ich mir nicht träumen lassen. 

Ich hatte auf der suche nach einer Brieffreundin eine Anzeige geschaltet, im kleinen Tierfreund. Mein Glück, dass du diese Zeitung auch bei dir in Österreich gelesen hast. Der Text durch den wir uns gefunden haben war: "Alle die mich kennen mögen mich nicht. Dazu kann ich nur sagen: es gibt noch millionen von Menschen die mich nicht kennen". Ich war 12. Damals habe ich gelitten und die Welt, mich und die Menschen nicht verstanden. Meine erste ernsthafte Freundin warst tatsächlich Du. Auch wenn ich dich noch nie gesehen habe.

Es gibt sogar heute noch Menschen die sich an dich erinnern. Die mich nach dir fragen, und wissen wollen wie es dir ergeht. Meine erste, leibhaftige und anfassbare Freundin K. beispielsweise. Meine Mama hat neulich auch nach dir gefragt. Weil ich früher so oft von dir erzählt habe. Nicht von dem was du mir geschreiben hast (das war und bleibt Geheim). Ich habe von dir gesprochen, wie andere Kinder von Ihren Klassenkameraden. Wir sind uns begegnet. In unseren Briefen. Du in dem Dorf mit den Straßen ohne Namen, in dem Haus 31 mit den vielen Zimmern. Ich in meiner Kleinstadt. In der Doppelhaushälfte und einer Straße mit einem Namen. Wenn ich etwas gesehen oder erlebt hatte habe ich gesagt:" das muss ich A. schreiben", oder wenn ich Kummer hatte und etwas nicht verstehen konnte: "das frage ich meine Freundin A....".  Manchmal habe ich gelacht während ich schrieb, und auch geweint.

Und wie die Mama abends auf dem Sofa mit einem Glas Wein in der Hand ihre Stimme senkte, als würde sie im nächsten Moment eine unverschämte Bemerkung machen und sich vorher schon schämen, da konnte ich auf die Frage: "Hast du eigentlich mal wieder was von A. gehört?", eine fröhliche Antwort geben: " Ich habe sie im Netzwerk. Das ist zwar nicht das gleiche, aber ich kann Bilder aus Ihrem Leben sehen, und sie scheint mir glücklich."  Da hat die Mama sich gefreut.

Ich habe dich wieder in meine Gedanken integriert. Eigentlich habe ich nie aufgehört, mich innerlich an dich zu wenden. Ich schrieb noch Jahre lange Briefe in meinem Kopf an dich, die nie zu Papier kamen. 

Ich habe dir einmal geschrieben, dass ich dich am Ende unseres Lebens treffen möchte. Das ist immer noch so. 
Am Ende unseres Lebens... Da haben wir noch etwas Zeit!

Danke. Für alles.
Du könntest jederzeit bei mir vor der Tür stehen und bleiben.

Mittwoch, 26. September 2012

Vergebens

Deine Worte zieren sich.
Sie staksen auf Stelzen durch jeden Satz;
als liefen sie barfuß über glitschige Steine.
Sie tasten die Wirklichkeit ab, 
geil vor Gier nach Macht.

Klirrend vor Stolz rasseln die Wörter
durch jeden blankpolierten Satz.

Zwischen den Zeilen ziert sich die Absicht,
im Takt deiner Worte sträubt sich der Ton.
Kein Gedanke kann werden, 
du weißt alles schon.

In deinen sezierten Sätzen 
kann nichts mehr wachsen, 
sich entwickeln oder blühen.
Ich brauch mich nicht mehr zu bemühn
etwas dazu zu sagen, oder
- es anders zu vermitteln.

Es ist vergebens.

Donnergrollen

Der Himmel über mir sieht aus,
wie dunkles Grau auf weißem Papier.
Farbe rinnt in Fetzen nach unten.
Der Wind peitscht Wasser durch die Luft.
An dem Papierkorb neben mir
trommeln laute Tropfen.

Mir kleben die Haare in meinem Gesicht.
Ich stehe einfach so im Regen.
Mich stört es nicht.
Ich spüre es kaum.
Vielleicht geh ich hinein, 
in irgendeinen Raum.

Der Wind ist kalt - saust in meinen Ohren,
treibt neue, kalte Tropfen
auf meine heißen, nassen Wangen.
Ich fühl mich irgendwie verloren, 
obwohl ich nicht verlassen bin.

Die Bäume schwanken, 
ich stolpere in eine Pfütze.
Die Hose klebt an meinen Beinen.
Trotz allem will ich mich bedanken, 
die Lektion ist zu was nütze!

Ich höre auf zu weinen.

Dienstag, 11. September 2012

unendliche Geschichte

In mein Buch des Lebens
reihen die Tage sich wie Seiten ein
könnten die Kapitel
etwa Jahre sein?

Die Zeit ist dein treuer Diener
wenn du sie zu nutzen weißt.
Doch lässt du sie vertreichen,
ohne irgendeine gute Tat, 
dann zählt sie bloß und
bleibt abstrakt.

Der Geist ist Frei, 
so sagt man.
Es ist wirklich wahr.
Wir selbst bestimmen die Grenzen, 
anstatt Schranken zu überwinden.

In Europa brennt es!


Alle Achtung!
sie finden starke Worte,
sehr verehrter (!) Joschka Fischer !
Die Sprache beherrschen sie sicher.

Europa brennt, haben Sie gesagt.
Sie sprechen von Sturm
und dass die Herrscher
das Chaos in Europa
nicht zu vermeiden wissen.
Ich will sie ja echt nicht dissen,
aber sie müssten doch wissen
das dass, was sie
als Alternativen verkaufen
auch nur Verzögerungtaktiken sind.
was wir in Europa wirklich brauchen
das sagen Sie nicht.

Es ist von Ihnen bereits
erkannt und ausgesprochen
die Lawine rollt,
wir können den Wahnsinn
nur noch toppen... 
Mal im Ernst, wer 
will Naturgewalten stoppen?

Ver-Ein


Was ist Besonders?
Abgesondert vom Gemeinen.
doch wer sondert,

und wer sondiert?

Das bist nicht immer Du

- das bin auch mal ich

oder jeder Andere für sich.
 
Ich sage nicht:
wem ich begegne

bestimme allein ICH
,
nur ich allein
! 
Denn wir alle leben im Verein.

Unsere Gemeinsamkeit,  
das ist die Menge aller Schnitte,
nur das Kleine in der Mitte,

daher bestimme niemals nur allein

besser klappt es im Verein,

dann sind die Dinge abgesprochen

und niemand hat etwas verbrochen
,
weil er deine Regeln nicht kennt.


Donnerstag, 23. August 2012

Manchmal

Während ich sitzend sinne
und Gedankenfäden spinne,
entgleite ich sanft in eine Welt
der das Wortkleid nicht gefällt
und bin entzückt.

Dabei ringe ich in einem fort
um das richtige Wort.
Ich bin beglückt wenn ich es richtig finde,
wenn es angemessen ist.
Nennt mich doch verrückt!

Jetzt ist Hier.
hier ist ewig; 
gleich ist da vorne,
und nachher dahinten!

In den niedrigsten Handlung
liegt das Höchste verborgen.
ich bin heute 
und dabei ist ein Teil 
von mir schon Morgen.

Sonntag, 12. August 2012

Samstag Nacht

Sie tanzt zu jedem Lied denselben Tanz.
Abseits, ohne Glanz am Rand.
Immer im selben Rhytmus.
.
In der Mitte schwitzen viele Frauen und auch Kerle.
T-Shirt, dicker Bauch und Glatze.
Oder grau mit langen Haaren, 
der sucht ganz genau das Gleiche:
sucht ne Perle.
Oder - würde auch schon reichen
 was für die Matratze!

...das ist doch irgendwie gruselig...

ich finde das gruselig
wie gruselig
gruselig
Grusel.

Ich


Samstag, 4. August 2012

Jeannie in a Bottle

Ich lebe wie in einem Traum. Nein,
ich bin in einer Flasche.
ich weiß nicht mehr, wann kam ich rein?
wer trägt mich in der Tasche?

Beim Reiben an dem ollen Ding
spring ich heraus, 
um Wünsche zu erfüllen;
ich folge einem höherem Willen.

Ich darf den Meister nie beim Namen nennen,
doch wenn er ruft, 
dann werd ich rennen.

Ein Zauber hat mich hergebracht, 
hat mich so winzigklein gemacht,
und dies ist mein Gefängnis.
Ich komm heraus, 
um Dienste zu verrichten.
Ich kenn so viele der Intrigen
und hunderte Geschichten.

Und tausende von Zeiteinheiten
muss ich diesen Weg beschreiten.
Obwohl ich vieles besser weiß
bin ich gezwungen zu tun,
wovor ich mich scheue.
Und muss ich zurück in die Flasche.

Ich gebe zu, das ich mich manchmal freue
wenn ein Wunsch unpräzise ist.
Ich stelle fest, dass dann nichtmal reue! 
Wenn ich ihn dann korrekt erfüll,
 und Meister stöhnt:
"oh, Mist! 
Das ist´s nicht was ich will"

Donnerstag, 5. Juli 2012

Silberblau

Was dich umgibt
ist wie elektrisch
ist wie ein kühler Strom
- aus blauem, klarem, kühlem Eis.

Ich fühle Hitze, 
bin ich Feuer?

Lösche mich mit kühler Kraft!
denn ich befürchte, 
ich verbrenne!

Dienstag, 3. Juli 2012

Dao

Der Geist ist Frei 
so sagt man. 
Es ist wirklich wahr!

Wenn sich der Moment
zur Ewigkeit weitet
dann ist es zunächst
als ob der Verlauf sich dehnt.

Minuten werden Stunden
der Lebenslauf
schließt sich zum Kreis,
wenn der Anfang
dem Ende gleicht.

Träumend wechseln wir die Räume
und haben das Rad erreicht 
da ist das Tao
in der Mitte!

Feststellung

Ich möchte meine Blicke lenken
auf das Wollen; Fühlen; Denken. 

Auf die Menschen um mich herum schauen, erleben 
wie Sie sich durchs Sein bewegen.
Ihrerseits ihr Schicksal leben 
und dabei ein neues weben.
 
In dem gleichem Maße
möcht ich die Natur verstehn,
tja gleich neben einer Straße
- beim Verkehr-
fällt es schwer ihr zuzusehn, 
Pflanzen die dort sprießen zu genießen. 

Also rein ins Gefährt, 
um mal rauf auf den Berg, 
- raus aus der Stadt!
Oben fang ich an zu staunen denn
ich höre kaum noch Klänge, 
nur das raunen des Windes
-eben da im Bus, 
unten in der Stadt war
das schönste Geräusch:
der Schluckauf eines Kindes.

Sonntag, 1. Juli 2012

Athena (Magick)

Phallas Athena
Hüterin des Wissens :

"Der Mensch spricht von s-ich
als wäre das ICH sein Eigentum,
als wäre der Leib dieses ICH"

Dabei ist er- unser Leib-
Träger des göttlichen Funkens .

Die Göttin
- offenbart sich durch m- ich
Weise Kämpferin Athena.

Diese Göttin ergreift durch
m - ich das Wort,
wird wirksam hier auf Erden.

Wandelt gleichauf,
auf Augenhöhe unter
Göttermenschen,
unter Nichtgöttern;
das sind jene, die 
diesen Raum verschließen
durch ihr riesengroßes EGO. 

ICH ist göttlich,
die Person als Hüter
- Werkzeug vieler Götter. 

Athena,
Beschützerin der Sprachgewandten,
vereint Gegensatzpaare
zu neuer Bedeutung.
Sie ist niemals ent- oder weder,
sie führt meine Finger beim Tippen,
beim schreiben die Feder.

Ich bin nicht ICH. 
"Ichbin" ist der Raum ALLER Möglichkeiten.
Ich bin
Ich sage mICH aus:
- die Göttin spricht durch mich!

Ich bin
das vereinte tönen aller Götter.

Und alle Götter sind Stimmen des EINEN
Eins ist in Allem
Alles ist Eines.

ICH ist ein Funken der Sonne.

Licht.
Vater Sonne,
Mutter Erde.

Du bist

Wie ein Buch das vor mir liegt
und leise flüstert: Lies!
Ich streiche zärtlich
über deinen Rücken
- und sofort, da schweigst du.
Still!

Deine Seiten - 
duften herb und fein.
Das Vorwort läd zum lesen ein.
Es verspricht noch sehr viel mehr.
Ich hab das Buch schnell zugeklappt...
 
Es hat mich erschrocken! 

Du bist:
Wie ein Buch das vor mir liegt, 
Geheimnisse verbirgt, Geschichten mir verspricht.
Doch- sind Geschichten nicht auch Krücken?

Mit deinem Rätzel hast Du mich verzaubert.

Tage später;
Stunden, Wochen
hab ich mich dann doch ertappt, 
ich hab sehrwohl darin gelesen!
Dieses flüstern, 
stetes pochen...

werd ich wieder
Widerstehen? 
oder soll ich ein Kapitel lesen? 
doch wer weiß was dann geschieht?
werd ich zerbrechen ?
daran genesen? 
Was steht wohl drin? 
Wie geht es weiter? 
wird es traurig? 
ist es heiter?

Schuldig im Sinne der Anklage

Ich bekenne mich schuldig!
Schuldig ein "Spaßverderber" zu sein.
Denn
: beim Feuerwerk bekomme ich Wut,
verachte die staunenden, offenen Münder,
(- nicht die der kleinen Kinder!)
und Euer "Aaah", und "Ohhh"
bei dieser bunten Show.

Die ist nicht gut, 
zwar - sehr professionell gemacht
doch überhaubt nicht nachgedacht.
Wie dumm und Egoistisch ihr seid!
die bunten Lichter, lauten Töne
stören unsere Freunde 
die Tiere
- und ihr fragt mich (!) 
"Was hast du eigentlich gegen das Schöne?"

Alles was ich nicht mache, 
oder ganz bewusst mit Absicht tue
das wage ich nicht
um etwas besseres zu sein.
Nein!
Einzig und allein
und "auch eben drum!"
um:
täglich in den Spiegel zu schauen. 

Ich frage mich, wird euch nicht übel
bei all euren gedankenlosen Taten? 
Könnt ihr den Blick auf 
euch selbst noch riskieren 
und euch das trauen?
nicht ganz so viel
nicht ganz so extrem
die Natur zu verraten?

Man könnte die Millonen
die ihr in den Himmel schießt
für etwas besseres verwenden! 
wenn ihr Bequemen nur beschließt
Verantwortung zu übernehmen.

Warum fällt Euch das so schwer?

Ich bekenne mich schuldig.
Schuldig im Sinne der Anklage.

Donnerstag, 21. Juni 2012

Zeit ist Geld

Wir geben dem Geld die falsche Macht,
das hat uns viel Unheil gebracht.

In diesen Tagen ist Geld gleich Lebenszeit;
und wir zahlen mit unverrichteten Dingen,
gedankenlos.

Unser Geld  ist längst nicht mehr Papier,
oder Gold. Es ist praktisch
- kaum noch vorhanden. 

Manch einer ackert sich krumm
und hat keine Zeit das zu tun was er will
- es geht ums Überleben.

Diejenigen im Überfluss
wissen kaum was noch zu tun
außer flüchtigen Vergnügen.

Zeit ist Geld und Geld ist Macht
das hat uns viel Unheil gebracht.

Es ist genug für alle da,
sie horten und türmen
unglaubliche Vermögen.

Wir alle leiden unter den wenigen
denen wir erlauben
diese Dinge zu tun

Samstag, 16. Juni 2012

H(e)aven

Ich bin wie ein Schiff auf hoher See,
auf großer Reise und doch
- bin ich geborgen. 

In meinem Blick
wohnt deine Hoffnung. 

Ich bin wie das weite Meer,
wie wehender Wind.
Du bist die Küste,
und das Blatt mit dem ich jubelnd tanze.

Ich erscheine in jeder Gestalt
in der du mich erkennst
 - denn ich bin nicht die
die Dir entgegentritt,
deren Namen du nennst.

Ich bin das Feuer, 
bin das Licht und das Leben.

Donnerstag, 14. Juni 2012

Kraft der Gedanken (1)

Heute gebe ich Dir einen Schlüssel. Wenn Du keinen haben möchtest, hörst du am besten an dieser Stelle auf zu lesen. Wenn du schon einen besitzt, fühle dich aufgefordert zu knapp gehaltene Ausführungen zu kommentieren und zu ergänzen, es geht hier um Inhalte und nicht um Selbstdarstellung.

Alles was ich versuche zu vermitteln, habe ich selbst vermittelt bekommen durch Lektionen der folgenden Autoren und Lehrer: Rudolf Steiner, Manfred von Mackensen und Peter Guttenhöfer. Zwei dieser Persönlichkeiten durfte ich selbst kennenlernen und wurde von Ihnen unterrichtet. Ich danke Ihnen herzlich an dieser Stelle. Sie beide haben mir größere Geschenke gemacht als sich sich vielleicht vorstellen möchten.

Ich möchte die Frage in den Raum stellen, wo sind die Gedanken? Sie sind in den Dingen drin. Das möchtest du nicht glauben? Das brauchst Du auch nicht zu glauben, das kannst Du wissen! Rudolf Steiner erklärt es am Beispiel einer Uhr, und da kann man schlecht noch “einen draufsetzen”, also werde ich mich seines Beispieles bedienen und bleibe bei der Uhr und dem dazugehörigem Uhrmacher. Der Uruhrmacher ist derjenige der die erste Uhr gebaut hat. Der saß oder stand einst da und erzeugte die Einzelteile aus denen die Uhr besteht, durch seine Gedanken. Die einzelnen Gedanken die dir einfallen wenn du über die Uhr nachdenkst waren vorher nicht in einer Uhr zu finden. Logisch, es gab ja noch gar keine Uhren. Die einzelnen Gedanken hat der Uhrmacher zuerst denken müssen. Danach hat er der sichtbaren und zweckmäßigen Zusammenhang geschaffen durch das Zusammenfügen mechanischer Einzelteile.

Der Uruhrmacher hat durch die Erfindung Uhr den Zusammenhalt ebenjener Gedanken geschaffen, die wir heute in der Uhr wiederfinden. In jeder Uhr. Wir dürfen uns merken, und wir kennen das eigentlich alle: “man kann nichts aus irgendetwas herausholen, was nicht zuerst dringewesen ist”. Wer das da reingetan hat, werde ich hier nicht betrachten. Sonst wird es zu verworren. Also weiter. Wir machen uns Gedanken -  Huch! Die Umgangssprache hier ist ungenau! Wir haben soeben Begriffen, dass die Gedanken in den Dingen drin sind. Das bedeutet also, wenn ich Sie denke, dann sind sie durch mich und ich mache sie gar nicht selbst. Die waren schon vorhanden bevor wir gekommen sind, und die werden auch bestehen wenn wir gegangen sind. Jetzt kommt der Hammer. Die Möglichkeit uns als Mensch des Denkens zu bedienen ist also in uns hineingedacht. Das ist die Schlussfolgerung aus der Feststellung der Tatsache das die Gedanken in den Dingen zu finden sind. Wir sind selbst Gedanken, und wir denken uns selbst zu Ende...

Durch unsere Anatomie unsere Selbstwahrnehmung konstruieren wir mit unserem Verstand eine Einordnung. Wir lernen als Kinder die Worte: oben unten vorne hinten usw. Das ist wichtig, damit wir uns in der Gegenständlichkeit zurechtfinden. Wir erschaffen den Raum. Nein, die Menschen haben den Raum erschaffen.  

Diese Gedanken sind ebenso manifestiert wie die ursprüngliche Idee der Uhr. Diese Idee wurde begriffen, und zwar mit den Händen. Da hat er die Uhr gebaut. Und mit seinem Denken und später mit der Handlung, diesen Gedanken, der ihm vielleicht als Idee ein-gefallen ist, den hat der Uhrmacher die Uhr manifestiert, sogar materialisiert! Wir haben als Menschheit den Raum geschaffen. Durch unsere kollektives sortieren mit den Sinnen, und später im speziellen mit Hilfe des Gedankensinnes und des Denkens haben wir alles geschaffen. Innerhalb des Raumes sind die Dinge. In der Materie befinden sich verdichtete, nicht mehr wandelnde Gedanken....

Den letzten Absatz habe ich selbst in Zusammenhang gebracht und formuliert , ich denke in (2) weiter...

Montag, 11. Juni 2012

Auf den Hund gekommen!

Die documenta ist auf den Hund gekommen. Nicht als Besucher, sondern als Objekt. Und ich frage mich, wie ich das eigentlich finden möchte. Der Hund ist doch kein Objekt. Ist der Hund in der Stadt ein Kunstobjekt? Schafft er sich selber, ist er selbst der Künstler? Aber warum macht sich der Künstler zum Objekt? Es wäre interessant für mich dort hinzugehen und die anwesenden in Hundegestalt zu fragen warum sie da sind. Aber weil ich das Geschiebe in der Menschenmenge so gar nicht mag, gehe ich nicht dorthin. Stattdessen lasse ich jemanden zu Wort kommen, der es uns erklären wird. Dieser jemand ist zuletzt als Hund geboren. Wer könnte sich besser auskennen ?

Seine Antwort :
Manche haben es schon gemerkt, aber wir erziehen den Menschen seine Aufmerksamkeitskräfte zu lenken und bewusst zu richten. Wieviel mehr Hunde vollbringen können wissen die, die uns und das Leben lieben. Das sind viel mehr als man meint. Aber viel weniger als die meisten wahren Hundefreunde denken, denn es gibt auch solche die uns nur benutzen und es Liebe nennen. Dabei ist es Ausbeutung und Mißbrauch. Das sind jene, die uns Schaden zufügen. Die “Ausstellung” der documenta ist eine Tat die uns insgesamt hilft. Und somit den Menschen. Im Verein können wir großes vollbringen, denn es kehren wieder vergangene Tage. An denen Dinge selbstverständlich waren die viele nun bewusst neu erlernen müssen. Im Endeffekt geschieht an dieser Stelle der erste Schritt zu einem besserem Verständnis zwischen den beiden Existenzformen Mensch und Hund. Da wir schon so lange Freunde sind, und uns gegenseitig begleiten, ist es an der Zeit. Es wird Zeit das Bewusstsein zu weiten und das Zusammenleben zu verbessern. Das ist nur der erste Schritt in die Richtung in die wir alle gehen. Und wer sie nicht geht, der bleibt da stehen wo wir jetzt sind - in einer Abhängigkeit. Denn wer Hunde hasst, der verachtet die Menschen. Aber wer von Menschen missachtet wird, dem spendet tausendfachen Trost ein treuer Freund in Gestalt eines Hundes.

(Reximann Wuff, 01.07.2000  - 29.01.2012)