Als du mich auf deine Party eingeladen hast, habe ich mich riesig gefreut. Ich bin aber nicht gekommen, und ich habe noch nicht einmal abgesagt. Der Grund den du bis heute nicht kennst ist folgender: Ich wurde gekündigt. Tatsächlich.
Eigentlich ist mir das ja nun schon oft genug passiert. Aber es ist jedes Mal anders, und dieses Mal hat es weh getan. Ich habe die Arbeit wirklich gerne gemacht. Ich war glücklich damit.
Es war, als hätte mir plötzlich jemand den Boden unter den Füßen weggerissen. Ich war einfach nicht in der Lage dazu zu stehen, auf einer Party voller unbekannter, fremder Menschen zu meinem beruflichen Scheitern zu stehen. Und ich war sehr damit beschäftigt, einfach glücklich zu bleiben. Ja das geht. Aber leicht ist es nicht gewesen.
Dazu kamen die ganzen unangenehmen Dinge man so zu tun hat, wenns so kommt, wie es kam. Dann bin ich krank geworden. Das Sahnehäubchen hat mich an die Grenze des Erträglichen geführt.
Unser Handschlag ist für mich weiterhin gültig. Aber momentan
fehlt mir Motivation. Das bedeutet nicht, ich wäre nicht motiviert für
unsere Sache, aber ich bezweifle, dass dieser Weg der richtige ist. Es kann nicht dein Anspruch sein, den ich erfüllen soll. Jedes Mal, wenn ich dir einen Entwurf gezeigt habe, kam von dir nur ein inkonkretes: "so nicht, mach das mal lesbarer."
Dann habe ich mich monatelang nicht bei Dir gemeldet. Die Gründe dafür habe ich dir nun genannt. Ich frage mich dennoch, warum du kein einziges Mal gefragt hast, wie weit ich denn mit "unserer Sache" bin. Ist dir das nicht wichtig?
Bei mir ist der Eindruck entstanden, ich soll die ganze Arbeit machen,
und du schreibst am Ende deinen Namen auf mein Buch. Das entspricht nicht unserer Abmachung. Ich unterstelle dir dabei keine Absicht- aber so wirkt
dein Verhalten auf mich, leider.
Ich frage dich heute: Bist du bereit etwas dafür zu tun? Wenn ja, dann muss von dir auch etwas kommen. Ich kenne deine Vorstellungen nicht, da ich dich kaum kenne. Ich glaube- wir müssen uns mehr miteinander Unterhalten, nicht nur über Verantwortlichkeiten. Ich kann mit der Gliederung nichts anfangen. Damit will ich nicht arbeiten. Mich lähmt das. Was ich brauche ist ein ganz konkreter Plot.
Ich möchte dich also bitten: Schreib einen! Raus aus der Erwartungshaltung- das gilt auch für mich!
Oder triff dich doch mal mit mir, ohne Anspruch, einfach nur um mich besser kennenzulernen, damit ich dich kennenlernen kann. Dann können wir den Plot auch gemeinsam machen; unsere Gedanken konkreter werden lassen. Mir würde das helfen.
Es ist doch einfach. Eine gemeinsame Sache kann man nicht alleine machen. Soetwas entsteht in Gemeinschaft. Also sollten wir zunächst dafür sorgen, das wir eine Gemeinschaft werden.
Melde dich, wir haben viel zu tun!
Herzlichen Gruß!