Ich lebe in einer Welt, in der Alles einen Sinn ergibt. Dabei sehe ich auch Grenzen. Das sind die Grenzen der Erkenntnis. Ich setze voraus, das dieses Erkennen immer subjektiv ist. Also spare ich mir das Wort eigenen vor Erkenntnis. Wir sind viele, deswegen gibt es viele Grenzen.
Die eigene Erkenntnis ist nur dann außschließlich maßgeblich, wenn ich mich mit den Fragen meiner eigenen Biografie beschäftige oder innerhalb dieser für mich einen Sinn stifte. Etwa bei Ereignissen die mir geschehen und subjektiv dabei unnötig oder zufällig erscheinen. Bei allen anderen Gedankeninhalten ist die Grenze eine jeweilige. Diejenige des Kollektivs.
Wir haben alle dieselbe Macht, dieselben handlungsberechtigungen. Genau da, wo wir grenzenlos für uns selber sind, begrenzen wir uns gegenseitig. Wir sind als Menschen nicht in der Lage, etwas zu erkennen, was außerhalb von uns Selbst liegt. Das kann niemand. Alles andere bekommt für mich einen leicht psychotischen Beigeschmack. Diese Welt wird von vielen erdacht. Und zwar gemeinsam. (Wenn auch nicht immer in Gemeinschaft)
Würde ich mir ein-bilden, die Verkehrsschilder hätten eine neue Bedeutung und mich danach verhalten (weil ich die Königin meiner Welt bin !), würde in meiner eigenen Realität leben, würde vielleicht Bußgelder verhängen und mich mit Leuten herumärgern die sich einfach nicht an die Regeln halten wollen. Ich hätte eine Meise. Einen kleinen Dachschaden sozusagen, und unter Umständen verursache ich im Straßenverkehr einen großen Sachschaden. (Wenn nicht schlimmeres...) Deswegen glaube ich - nein! ich bin mir ziemlich sicher, das die Sinnstiftung Grenzen hat.
Etwas Anderes zu behaubten wirkt nicht nur herablassend, es erscheint mir auch anmaßend. Indem man mir sagt, während ich mich schlecht fühle, dass genau dieser Umstand gut wäre, macht man mich klein. Weil ich nicht erkenne, was erkannt wurde. Weil ich mich nicht darüber freue, sondern traurig bin. Weil ich eine Grenze sehe, wo für dich keine ist, lohnt sich für dich das Gespräch nicht mehr.
Ich sehe das anders als Du. Sich schlecht fühlen ist nicht Gut. Und ich glaube nicht, dass es sich nicht lohnt, mit jemandem zu reden der eine ganz andere Meinung, meinetwegen auch Erkenntnisstufe hat.
Im Gegenteil! Alles empfundene hat seine Berechtigung. Nur wenn wir uns
bewegen, auch gegenseitig, können wir etwas in Bewegung setzen und von ein-ander lernen. Denn wir sehen den Menschen nicht. Wir sehen nur das Bild, das wir uns von Ihm machen.
Das schwächste Glied in der Kette bestimmt die Traglast.
Wenn wir Menschen uns begegnen, sollten wir aufpassen, dass wir uns nicht treffen.
Wir
können nicht für uns alleine die Welt umdeuten und neu gestalten. Das
können wir nur alle gemeinsam, als Menschheit. Deswegen ist es mir so
wichtig, die Meinung und Wahrnehmung- die jeweiligen Erkenntnisse und die
damit verbundenen Grenzen aller Menschen zu beachten. Im kleinen noch viel wichtiger als im Großen.
Deswegen dürfen wir den Horizont unserer
Gesprächspartner nicht zu Weit überschreiten, müssen schauen wo unser
Gegenüber steht mit seiner Erkenntnis und wie er sich befindet. Sonst
können im kleinen unsere wohlwollenden, gut gemeinten Worte leicht grausam wirken. Oder im Großen sogar in die Irre laufen.
Das ist unsere Verantwortung.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen