Montag, 19. August 2013

Wer kämpft hat schon verloren

Huch? heisst das nicht, wer nicht kämpft hat schon verloren? 
Leider. Aber gemeint ist das Gegenteil, deswegen ist der Titel richtig.

Ich bekämpfe nur was ich ablehne. Kämpfen ist aktiv. Das, was ich ablehne steht dabei vor mir wie eine Wand, und gegen die renne ich an. Natürlich tut das weh.

Wenn wir diese Metapher verwenden, meinen wir oft Situationen und manchmal Gedanken. Selten meinen wir körperliche Auseinandersetzungen. Unsere Waffen sind keine Schwerter, sondern überwiegend Argumente oder Ausreden. Stürze ich mich rasend vor Wut ins Wortgefecht, bange ich zwar nicht um mein Leben wie ich das auf dem Schlachtfeld täte, aber verletzt werde ich trotzdem.

Um zum Beispiel einen Streit zu beenden, um einen Konflikt zu lösen, ist ein Kampf keine Methode. Wir sagen: "Ich werde für diese Freundschaft kämpfen", aber das meinen wir nicht. Danach wundern wir uns, wenn unser Versöhnungsgespräch zu einer neuen Auseinandersetzung anschwillt.

Worte haben Macht. Wenn du bei irgendeiner Situation ans kämpfen denkst, dann wirst du dich in dieser Situation auch leicht in einen Kampf verwickeln. Wenn du dir stattdessen vornimmst diese Situation ersteinmal vollständig anzunehmen, bevor du irgendetwas anderes tust, wird dir das nicht passieren. 

Du kämpfst nicht gegen den Konflikt an, sondern versuchst ihn zu lösen! Vor der Lösung steht die Akzeptanz. Erst wenn wir die Dinge akzeptieren wie sie sind, können wir sie handhaben.

3 Kommentare:

  1. Ich geb auf! Ich ergebe mich dieser glasklaren Sichtweise (und lebe sie schon seit ehedem). Danke für die Aussprache!

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  2. Hallo,
    danke für diese Überlegung. Akzeptanz ist sicher immer ganz wichtig als Grundvoraussetzung, um Lösungsmöglichkeiten für alle Beteiligten zu entwerfen. Aber wir haben ja nun mal in unserer Befindlichkeit nicht die unangefochtene Draufsicht auf Dinge, Umstände, Menschen - wir sind interdependent, Teil des Systems, uns wird abgefordert....
    und wir müssen manchmal für uns selbst streitbar sein, uns wehren, uns abgrenzen, uns gute Voraussetungen schaffen... damit es für uns und andere Mitmenschen lebenswert ist... wir unseren persönlichen Handlungsspielraum nicht aufgeben...
    Kämpfen NICHT gegen etwas ... sondern einstehen FÜR etwas... ist ein ganz großer Unterschied.
    Für oder um eine Freundschaft können wir sowieso nicht kämpfen... dafür muss die beiderseitige Bereitschaft gegeben sein, die Akzeptanzgrundlage, ähnliche Berührungspunkte usw....
    die es uns an anderer Stelle auch erlauben, miteinander zu streiten, uns auseinanderzusetzen... im freundschaftlich, verträglichen Rahmen... immer Hinwendung und Abgrenzung... in unserem Menschsein.
    Herzliche anonyme Grüße

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    1. Danke für diese Fortführung meines kleinen Gedankens. Es ist tatsächlich so, dass der 2te Schritt zu oft -von uns Allen- vor dem ersten gegangen wird.

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