Früher war da ordentlich was los: Gelächter, Gezanke, aufgeschlagene Knie. Wir bespielten je nach Angebot zuerst die Geräte, am beliebtesten war die Seilbahn. Die gab es nur auf zwei Plätzen, aber bei dem einem war sie ständig kaputt. Deswegen war sie auch immer überfüllt. Darum fuhren wir oft ins kleine Wäldchen, um einen
steilen Abhang zu suchen und mit den Rädern durch den flachen Bach zu sausen. Das war eigentlich noch besser als die Seilbahn, weil man da nicht Schlange zu stehen brauchte, und es war auch viel ruhiger.
Während unsere Eltern arbeiten waren, sind wir in den großen Ferien unbeaufsichtigt und draußen gewesen, völlig frei von "Erwachsenenkontrolle". Es war normal für mich. Wir durften
auch früh alleine ins Freibad, und fuhren Abends auf dem Rückweg mit dem
Rad durch einen großen Wald. Wir spielten: Hinkelapinke, Seilhüfen und Gummitwist, dritter Abschlag und, Kriegen (woanders heißt das: fangen) in allen Variationen (:nur am Boden kriegen, Tierkriegen, Länderkriegen), verstecken und Räuber.
Wenn ich heute wieder in meiner Heimat unterwegs bin komme ich
gelegentlich an einem dieser Spielplätze vorbei. Egal um welche Uhrzeit das bisher war, sie
sind fast immer leer. Wenn Kinder da sind, dann immer in Begleitung der
Eltern. Früher waren sie lebendige Orte an denen wir unter uns sein konnten. Wenn etwas passierte, waren wir für einander da auch wenn wir uns vorher nicht kannten.
Mich wundert das Eltern, die dieselben Freiheiten hatten wie ich, heute ihren Kinder diese unbeschwerte Zeit durch Kontrolle und ständige Anwesenheit rauben. Man sagt, es sei heutzutage VIEL gefährlicher. (vielleicht wegen der Handystrahlen, denen wir unsere Kinder rücksichtslos aussetzen?!?)
Ich glaube das nicht, dass die Menschen soviel schlechter geworden sind. Vermutlich wurden wir von den Massenmedien (Massivmedien) systematisch verängstigt. Indem man uns immer neue schreckliche Einzelbeispiele vorführte, haben wir diese Bilder schließlich als Normalität empfunden. Und wir assoziieren - diese Taten sind normal, also angestiegen im Vergleich zu früher. Zusätzlich sind neue Bedürnisse geschaffen worden, die die alten Bedürfnisse ersetzen. Ich habe miterlebt, wie Kinder als kaufkräftige Gruppe entdeckt wurden und das Konsum- und Wegwerfspielzeug auf den Markt kam.
Darum sind die Spielplätze heute leer.
Und das kleine Wäldchen gehört den Hundebesitzern.
was hast Du getrieben, all die Zeit? Drei Monate kein neues (Netz-) Wort und jetzt diese Flut von Gedanken?
AntwortenLöschenWillkommen zurück!
...na! was hab ich gemacht? ich habe geschrieben und gedacht.Ich habe das Leben gefühlt, dabei nach dem richtigem Wort gewühlt- Ich habe gelesen. (1984 & schöne neue Welt)
Löschenich war auf der Reise, bin nun an einem anderem Ort und ziehe neue kreise, suche alte Stätten auf. herzlich!
vielleicht solltest Du solches Zeug nicht lesen, das verdunkelt nur den Geist. Wobei man diese Lektüre ja in Deinen Gedanken deulich erkennen kann - Freiheit gegen (vermeindliche) Sicherheit und so altmodisches Zeug...
AntwortenLöschenDie Mücken mittlerweise alle erwischt?
&Gruß
Orwells Liebestat hat doch das Gegenteil zur Folge! Er wirft Licht auf das Dunkel in der Gegenwart. Kneifst du etwa noch die Augen vor dem offenbaren Geheimnis zusammen?
LöschenDu solltest mich besser kennen. nein, ich habe mich vor Jahren schon "für die rote Pille" entschieden. Nur: einmal auf diesem Pfad gibt es kein zurück mehr.
LöschenEinmal geöffnete Augen kann man nicht wieder schließen und "alles ist wieder gut"...
Man ahnt es ja vorher. Aber begreift man die Tragweite? die ganze Konsequenz?
&Gruß
da du weder deinen Namen noch einen versteckten Hinweis auf deine Person gibst, kenne ich "nur" deine hier geschriebenen Worte- mehr nicht ;)
LöschenDu sagst, es! Es gibt keinen Weg zurück! Ich habe eine Weile gerastet, bevor ich die "nächste" Pille nahm. Erkenntnis der Wirklichkeit verläuft in Stufen.
Natürlich habe ich die Tragweite zuerst nicht begriffen! Aber erstens kam deine freundliche Warnung zu spät für mich, und zweitens, hätte ich denselben Weg eingeschlagen.Ich wollte kein Kind bleiben.
na dann will ich mal einen Tipp geben: Ich war an Deiner Seite, als ein Feuer Dir viele Erinnerungen nahm. Wir haben zusammen in den Trümmern gewühlt...
AntwortenLöschenMeine Warnung zielte auch garnicht so sehr auf Dich, mir war schon klar, dass Du auf dem Weg schon weit gekommen bist. So wie ich Dich zu Kennen glaube, hattest Du eh keine Wahl, selbst wenn Du gewußt hättest, wohin das führt.
Aber an alle anderen, die hier mitlesen (sollten):
Manchmal ist Unwissenheit eben doch ein Segen...
&Gruß
Hasi :)
LöschenKrieg ist Frieden
Freiheit ist Sklaverei
Unmündigkeit ist Macht