Jetzt
bekommt die Sache mit dem Schreiben einen Sinn, weil mein Gegenüber
keine Fiktion mehr ist. Du sitzt ja da und liest, und du nimmst Teil an
allem was ich tue. Einzig und Allein durch die Kraft deiner
Aufmerksamkeit. Was passiert ist folgendes - erst werde ich ein Gefäß, in das sich der Inhalt
ergießen kann. Dann kleide ich den Inhalt in Worte, bilde Sätze. Ich spreche
aus, durch Schrift und Sprache, was mich bewegt und was mein Verstand
davon versteht. Was ich mit dem Wesen oder dem Herzen erkenne, dasjenige benenne ich mit dem für
mich richtigem Namen. Durch mich wird der Inhalt das erste Mal
transformiert. Er wird gefärbt durch mich und mein Empfinden, durch die
Auswahl der Worte. Und jetzt bist du das Gefäß, während du liest, in dir
verwandelt sich der Inhalt erneut, du ergänzt und erklärst was ich
nicht begreife.
So
bleibt der Inhalt lebendig, denn er kann sich verwandeln und schwingen
und neue Erkenntnisse bringen. Dadurch das du meine Zeilen liest, ich
meine an dieser Stelle meine Gedichte, gibst du Ihnen einen neuen Sinn.
Daran zu glauben und sie gelesen zu wissen, erleichtert mir sie zu
erfinden. Durch dich kann ich Inhalte ins Bild bringen, die ich sonst
nicht beschrieben hätte. Ich weiß nicht genau warum das so ist.
Wir führen unser stummes Gespräch mit einer zeitlichen Verzögerung - und
trotzdem fühle ich das Thema durch die Worte fließen auf eine andere Art
und Weise als Vorher. Vorher, das war egoistisch und eigennützig, denn
ich schrieb etwas auf, um es danach in den Schrank oder in eine
Schublade zu legen. Aber Jetzt ist Hier, und Heute ist alles ganz anders.
Ich
träume wieder der alten Traum aus Kindertagen und ich tanze mit den
Bildern der Welt und den Wörtern meinen Reigen. Was daraus wächst wird
sich zeigen. Ich gestatte mir leise, bisweilen verwegen, vorzustellen
keine Zeit mehr mit Gelderwerb zu verschwenden. Dabei, und nur wenn es
um den Gelderwerb mittels des Schreibens geht, bin ich wie jeder Musiker
abhängig vom Urteil der Masse. Das Ziel ist die Gruppe, habe ich
neulich aus diesen Kreisen vernommen. Aber so leicht ist es nicht.
Jedenfalls nicht für mich als Schreibende, und aus der Perspektive die
ich jetzt gerade einnehme. Ich dachte bisher, es wäre bei Musik ganz
ähnlich, weil die ja auch von Einzelpersonen gehört wird. Aber
vielleicht habe ich es nicht verstanden. Ich bin keine Musikerin, ich
schreibe. Und Schrift wird öfter gelesen als gehört. Bei Musik ist das
doch andersherum oder laufe ich damit in die Irre?
Da ich mit dem Herzen schreibe ist es mir völlig ausreichend zu wissen, das das Ziel erreicht wird. Damit der Vorgang fruchtbar wird an dem man selbst hingegeben ist, braucht man keinen Lohn, die Tätigkeit ist der Lohn. Man muss sich nur einmal klarmachen woraus das tun besteht. Und ich unterstelle, dass diese Ganzheitlichkeit jeder Kunst zugrunde liegt. Es ist ein Gespräch das der Schaffende führt. Will man seinen inneren Ruf zum Beruf machen, also wenn ich meinen Fokus aber über den Transport von Inhalten hinaus auf den Gelderwerb richte, dann wird es wichtig zu schauen, auf welchem Transportkanal man möglichst viele Menschen erreicht. Aus der Mengenlehre weiß ich: je größer die Anzahl der sich überschneidenden Kreise, desto kleiner die Schnittmenge. Das bedeutet, dass man die Inhalte nicht mehr so individuell auswählen kann, wenn man genau in diese kleine Menge transportiert. Man muss damit beginnen, Inhalte empfängergerecht zu gestalten.
Da ich mit dem Herzen schreibe ist es mir völlig ausreichend zu wissen, das das Ziel erreicht wird. Damit der Vorgang fruchtbar wird an dem man selbst hingegeben ist, braucht man keinen Lohn, die Tätigkeit ist der Lohn. Man muss sich nur einmal klarmachen woraus das tun besteht. Und ich unterstelle, dass diese Ganzheitlichkeit jeder Kunst zugrunde liegt. Es ist ein Gespräch das der Schaffende führt. Will man seinen inneren Ruf zum Beruf machen, also wenn ich meinen Fokus aber über den Transport von Inhalten hinaus auf den Gelderwerb richte, dann wird es wichtig zu schauen, auf welchem Transportkanal man möglichst viele Menschen erreicht. Aus der Mengenlehre weiß ich: je größer die Anzahl der sich überschneidenden Kreise, desto kleiner die Schnittmenge. Das bedeutet, dass man die Inhalte nicht mehr so individuell auswählen kann, wenn man genau in diese kleine Menge transportiert. Man muss damit beginnen, Inhalte empfängergerecht zu gestalten.
Da
kommt es mir wesentlich einfacher und zielführender vor, nur eine
Teilmenge der Gesamtmasse zu erreichen. Da kann ich bleiben wie ich bin.
Und meine Texte sind authentisch.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen